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TanzMedienAkademie 08. pèlerinages Kunstfest Weimar. Ehemalige Viehauktionshalle Weimar, September 2008
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TanzMedienAkademie 08

pèlerinages Kunstfest Weimar

Ehemalige Viehauktionshalle Weimar / 8., 9. und 10. September 2008

Markus Wintersberger und Ingo Reulecke, Künstlerische Leitung
Eva Chytilek, Florian Knispel, Karl Kühn, Claudia Larcher, Medienkunst
Ehud Darash, Andrea Nagl, Friederike Plafki, Louise Wagner, Choreographie
Constantin Popp, Riko Graupner, Sound


Die TanzMedienAkademie, 2007 vom Kunstfest Weimar ins Leben gerufen, bietet auch in diesem Jahr jungen Choreographen und Medienkünstlern ein Forum zu interdisziplinärer Recherche. Über einen Zeitraum von sechs Monaten entwickeln junge Künstler aus Wien und Berlin Ideen für ein choreographisches Setting aus Medienkunst und Performance.
Der Ort: die gigantische ehemalige »Viehauktionshalle«. Die räumlichen Gegebenheiten dieser Halle bilden dabei den einzigen fixen Parameter. Der Rest ist Öffnung, Austausch, Transparenz, Kommunikation zwischen den einzelnen Disziplinen – bildender Kunst/Medienkunst/Performance/Tanz. Am Ende steht eine gesamträumliche Inszenierung, die den kommunikativen Prozeß anschaulich macht. Das Publikum findet dabei kein Stück vor, sondern das Stück schreibt sich einem komplexen Zustand gleich in das vorhandene Szenario.



Die Dinge geraten in Bewegung, Grenzen lösen sich auf, der Raum erzwingt ein gesamtes choreografisches Setting aus
Medienkunst und Performance. Der Raum, die ehemalige Viehalle Weimar, ist das Gefäß, dessen architektonische und
geschichtliche Gegebenheiten die Aktion Unstern erzwingen. Einer Notwendigkeit gleich, gilt das Hauptaugenmerk der
diesjährigen Tanz-Medien-Akademie Weimar dieser Tatsache. Die Dinge liegen klar vor Augen, sie liegen auf der Hand und
werden nun behutsam dem Ort eingeschrieben. Kommunikation ist die entscheidende Weiche, der Hebel mit dem die Halle in
Bewegung gesetzt wird. Kommunikation zwischen den einzelnen komplexen Disziplinen von bildender Kunst / Medienkunst,
Performance / Tanz und den räumlich-atmosphärischen Maßstäben bildet den Schlüssel dieses Tanz Medien
Forschungsprozesses. Die Öffnung und der Dialog wird mittels einer gesamträumlichen Inszenierung zum Ende der Tanz
Medien Akademie Weimar 2008 öffentlich zur Anschauung gebracht. Das Publikum findet kein Stück vor, das Stück schreibt
sich einem komplexen Zustand gleich in das vorhandene Szenario. Die Dauer erlöst sich im Augenblick und lässt ein
diskursives Spiel diverser künstlerischer Handlungsweisen erkennen. Zentrum dieser Präsenz wird eben die ehemalige Viehalle
Weimar sein. Öffnung und Transparenz innerhalb der einzelnen Disziplinen, diese Forderung steht als Hypothese am Anfang
der Tanz Medien Akademie Weimar 2008 - Öffnung und Transparenz sollte auch am Ende in den Ergebnissen ersichtlich werden.
Markus Wintersberger 2008


Betrachtet man die Kunstgeschichte seit der Moderne, so stellt man fest, dass diese sich bereits zu wiederholen begonnen hat.
Etwas noch nicht da Gewesenes ist scheinbar unvorstellbar. Die Tendenzen laufen darauf hinaus neue Formen zu finden, für
Inhalte, die zu Traditionen geworden sind. Die technische und somit mediale Evolution, die sich jetzt in einer vor kurzem noch
unvorstellbaren Geschwindigkeit zeigt, macht es praktisch unmöglich die Gegenwart zu erfassen. Die verschiedenen Künste,
die sich früher so streng von einander separiert hielten, verschmelzen immer stärker. Für einen jungen Künstler reicht es nicht
mehr Meister eines Faches oder eines Mediums werden zu wollen. Er muss ein generelles Verständnis entwickeln, für alles
was ist und alles was passiert. Er muss die Zusammenhänge und Zwischenräume lesen und hier mit seiner Arbeit ansetzen,
die längst nicht mehr rein ästhetische Ansprüche stellt, sondern in ihrer Methodik vielmehr zu einer forschungsähnlichen Arbeit
geworden ist, deren Untersuchungen und Ergebnisse vom Künstler in ein ästhetisches Produkt verwandelt werden müssen.
Das Verständnis für den Begriff der „neuen Medien“ hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert. Die ursprünglich
analogen Medien, Fotografie, Film und Ton sind digital geworden, und mutierten durch Fernsehen, Internet und die mannig-
faltige Welt der Unterhaltungselektronik. Die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung von Bild- und Tonmaterial
führten in der Konsumgesellschaft zu unwillkürlichen ästhetischen Exzessen, die ein Abstumpfen in der Wahrnehmung der
Rezipienten bewirkte, was wiederum stets ein neues Bedürfnis nach einer noch brutaleren multimedialen Bespielung der Sinne
erweckt. Doch es gibt nicht nur diese klassischen, audiovisuellen Medien. Auch Raum und Zeit selbst und Licht und Klang -
nicht nur als ästhetische sondern auch als physikalische Phänomene - und alles andere materielle, wie immaterielle, das auf
irgendeine Art und Weise ein Feedback erzeugt, und der menschliche Körper selbst, als das Maß aller Dinge, kann als Medium
verstanden werden. Die TanzMedienAkademie kann in diesemSinne als multimedialer Forschungsprozess verstanden werden.
Forscher sind die Choreografen, Medienkünstler, Tänzer und das Publikum selbst, das in die Performance miteingebunden wird.
Das Labor ist die Viehauktionshalle. Das Ergebnis ist die Performance.
Karl Kühn 2008


Die Symbiose zwischen Tanz/Performance- und Medienkunst eröffnet zwei sich gegenüberstehende Welten. Die Virtualität und
die Realität. Durch den Einsatz von virtuellen Welten, kann der Performer in Zeit und Raum in unterschiedliche Wirklichkeiten
transportiert werden. Bewegungen und Handlungen des Performers geraten in unterschiedliche Blickwinkel und können somit
m Detail als auch in seiner Komplexität betrachtet werden. Es entstehen molekulare Welten, in dem der Sinn des Hörens und
Sehens verstärkt werden kann. 
Friederike Plafki 2008





Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung der Konsumgenossenschaft Weimar e.G.
Unter Mitwirkung des SeaM der HfM FRANZ LISZT Weimar, der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien,
und der FH St. Pölten, Studiengang Medientechnik