Dr. Nó. 2014
Dr. Nó. Episode Autowäsche. Aus der Serie “Das Parkhaus der Philosophen” oder “Ein Einkauf in der Cité Foch”.
Performative Intervention, Video, Installation, Fotografie
Kant Garage und ehemaliges Einkaufszentrum Cité Foch Berlin 2014
Nagl ~ Wintersberger 2014
“Die Renaissance, wie wir sie kennen, ist die andere Seite eines gesellschaftlichen Zerfalls. Der Schwund gesellschaftlicher Bindekräfte entfesselt im Privaten eine ungeheure Kreativität. Insofern ähnelt die Renaissance in Wahrheit weniger der Geburt, als vielmehr einer kreativen Zerstörung.” Aus: Martin Burckhardt. Digitale Renaissance. Manifest für eine neue Welt. Seite 49. Metrolit Verlag 2014
Nein, nicht schon wieder! Nein, nein und nochmals nein, das kann ja alles gar nicht wahr sein. No, no, no – nonono – nie mehr. Verkleiden, verstecken, verwünschen, verramschen, verlaufen und verlieren – muss das alles so sein?
“Der Augenblick, da unser zeitgenössisches Denken aus dem Rahmen fällt, geht auf George Boole zurück, der mit seinen “Laws of Thought” (1854) das Fundament der binären Logik entwickelt hat.”
“x = x hoch n” Aus: Martin Burckhardt. Digitale Renaissance. Manifest für eine neue Welt. Seite 61 – 63. Metrolit Verlag 2014
Nein und ich sage es immer wieder und wieder. Nichts geht mehr und null hoch null bleibt null, auch wenn es sich noch so oft neu berechnen lässt. No way out, no future und no go. Da bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Hihi, haha, mimimimi – alles ein fataler Trugschluss. Ein Sinnsucheinerlei Brei Geziefer und Taxi Waschplatz, alles voll mit dieser Unnutzlast. Maske auf und Maske ab, wir kaschieren unser Weltbild und finden uns doch nicht mehr darin zurecht. Wo sind all die Philosophen geblieben, die sich in ihrer Parkgarage bequem eingerichtet haben?
“Nun ist die Empfindung, dass das Netz eine imaginäre Welt ist, die nur von Avataren bevölkert ist (“flüchtige hingemachte Menschen”, wie David Paul Schreber, der Klassiker unter den Paranoikern, seine Wahngebilde genannt hat), nicht nur den digitalen Wegelagerern zu eigen, sondern eine weit verbreitete Grundhaltung. Demgemäß wird die Simulation als eine Art Maskenball, als falsche, bloß vorgetäuschte Wirklichkeit aufgefasst – ein Gedanke, der uns nicht nur die Aufrechterhaltung moralischer Freiräume, sondern auch die Stabilität unserer “wirklichen” Wirklichkeit garantiert.” Aus: Martin Burckhardt. Digitale Renaissance. Manifest für eine neue Welt. Seite 157. Metrolit Verlag 2014
Müssen wir uns selbst einkaufen? Bin ich die Shopping Mall meiner eigenen Wunschvorstellungen? Wer richtet mich dann dazu ein und wie richte ich mich dafür her? Kaufen um sich selbst immer wieder aufs Neue zu verkaufen. Kaufrausch, Kaufhaus, Kaufhof, Kaufgeburt und Kauftod. Nur der Zerfall kann uns noch vor uns selbst retten. Das Bröselich wird zum Bindeglied einer neuen Zeit, die Flamme der verloschenen Erinnerung und das Fluidum eines morphischen Weltbildes, das uns die unendlichen Möglichkeiten unseres Selbst erst zu offenbaren vermag.
“Flüchtig, lebendig und zerbrechlich, streckt die heutige Gesellschaft tausend Flammenzungen aus nach dem Monster von vorgestern, hart, pyramidal, erstarrt. Tot. Babel, orale Phase, kein Turm. Von den Pyramiden bis zum Eifelturm, schriftliche Phase, stabiler Stand und Staat. Baum in Flammen, lebendige Neuheit.” Aus: Michel Serres. Erfindet Euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. Seite 77. Edition Surkamp 2013
“Ein Blatt Traumspur” und die Zeit schaukelt bewegt im Wind. Wir sind noch hier und machen uns das Weltbild zu eigen. Welt im Bild, 25. Juli, Markus Wintersberger 2014
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