GUGLZIPF BIOSPHÄRE07
GUGLZIPF / BIOSPHÄRE07. Ein Bio-Kinematographischer Projektionsraum für das Triestingtal
Zeichnung / Digitale Montage. medienwerkstatt006/Markus Wintersberger 2006-2009
Der Blick über das Triestingtal - das Tal als Projektion verortet im Hier und Jetzt -
die geschmeidige Waldoberfläche als Leinwand für eine Zeitreise in rekonstruierte „fiktive“ Vergangenheiten hin zu tatsächlich „fiktiven“ Gegenwarten.
Der Blick voraus auf das Bild, auf ein großes Landschaftsbild, auf eine konstruierte und kultivierte Gesamtraumkomposition.
Der Raum umspielt sich selbst und lädt zum Wandeln durch das verästelte Konstrukt der imaginativen Historie ein. Phantasie trifft Mythos trifft Gegewart in einem Schauspiel aus Bild-Projektion-Licht-Bewegung-Musik-Duft-Klang-Atmosphäre. „Die ganze Welt als Bühne“ - „Der Himmel auf Erden“ - Die Weitsicht erfolgt aus der bewussten Innenschau im konzentrierten „Rausch“ der Sinne. Der Besucher wird Teil einer Reisegesellschaft, reist mit den projezierten Pixelflüssen entlang eines rekonstruierten Zeit-Pfades, taucht ein in die mit dem Umgebungsraum
verwobenen Informationspartikel. Lichtimpulsen gleich bricht sich die Projektion durch das Dickicht des Waldes, erzeugt ein imaginäres Himmelsgewölbe, kehrt die Verhältnisse um, erklärt die Nacht zum Tag. Diese Naturbühne wird performativ bespielt. Musiker, Performer, Schauspieler interagieren mit diesen Informationen, bündeln das Virtuelle zu einer lebendigen Gesamtplastik. Ein freies Spiel kybernetischer Kräfte lässt die individuellen Positionen zu einer Gesamtkomposition verschmelzen.
GUGLZIPF / BIOSPHÄRE07 wird zum offenen Expeditionsraum. Datensammlung und Datenauswertung (Bild, Ton, Klang, Muster, Licht, Topographie, Biosphäre, etc.) werden
künstlerisch-wissenschaftlich erfasst und „visupoetisch“ in „neue“ Zusammenhänge gebracht. Aufnahme, Speichern, Archivieren, Verknüpfen und Auswerten werden zu einem wesentlichen Bestandteil von Kunst-Erkenntnis. Mittels eines Rundfluges von St.Pölten - Traisental - Triestingtal wird die Landschaft visuell gescannt. Der Blick von Oben als modellhafte Annäherung an das „Reale“ Unten. Dieser Flug ist Teil - Layer - weiterer Verschichtungen visueller Informationen, teils historischer Natur, teils abstrakt poetischer Natur, teils biosphärisch jahreszeitlicher Natur.
Dieses Datengerüst wird multimedial verkoppelt und als Erkenntnissschleife der Landschaft,
den Bewohnern der Region, den Besuchern und weltweit über das Internet zugänglich gemacht. Was ist das Spezifikum dieser Region? Worin liegt der besondere Reiz dieses Raumes? Was ist aus diesem Weltauschnitt auszulesen? Einem Buch gleich wird das Triestingtal aufgeschlagen, man blättert durch das „holografische“ Muster sicht- und unsichtbarer Realitäten.
An einem Aufführungsabend im Juni 2007 öffnet sich dieses Buch, wird als Projektionsbild von der Warte des Guglzipf auf die Waldoberfläche projeziert. Der Blick von Oben und die „Realität“ von Unten, beides begehbar, erlebbar für diesen speziellen Moment. Eingebettet in das Waldhimmelsgewölbe findet ein performatives Geschehen statt. Ein subtiles Zauberreich eröffnet sich, gibt jedoch nicht seinen Inhalt preis, zeigt sich als gleichberechtigte poetische Existenz.
Dieses Geschehen wird wiiederum filmisch, fotografisch ausgewertet und als eigene filmische Konstruktion zur Vorführung gebracht. Dies könnte zu einem bestimmten Abend im September 2007 in der Wallfahrtskirche von Klein Mariazell stattfinden. Der Andachtsraum füllt sich mit den bio-kinematografischen Datenpartikeln der Aktion, das Potential erfährt eine Annäherung im modellhaften Gleichnis einer symbolischen Architektur. Nach der Performance wird über eine bewegungsgesteuerte Lichtführung die topografische Waldoberfläche über einen Zeitraum von 5 Wochen mit Lichtkreisen bespielt. Tänzelnd kreisend sollen diese Lichtelemente ein nächtliches Schauspiel vollführen, sollen von der „Leichtigkeit des Seins“ künden und die „Tiefen der Welt“ ergründen. Wiederum nachvollziehbar als Blick von „Oben - Auf“ oder als Blick von „Unten - Auf“. Die Relevanz des Standpunktes wird in dieser Anordnung symbiotisch verkoppelt. Wie Oben so Unten - Wie im Himmel so auf Erden - die Botschaft ist nicht „Neu“- bringt sich nur „Neu“ in Erinnerung. Markus Wintersberger 2007
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