Schlafes Bruder. 2014
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Schlafes Bruder. Aus der Serie „Talking Head“. 2014 Rotierende Skulpturen aus Keramik Totenkopf Sparbüchsen, Maler Krepp Klebeband, Leuchtfarben, Leuchtklebeband, Lackstift, Metallfeder und Schwarzlicht Skulptur, Objekt, Video, Installation, Fotografie Markus Wintersberger 2014 "Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen, und in der Weite der Welt geht nichts - das glaubt mir - verloren; Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden heißt nur anders als sonst angefangen zu sein, und Vergehen nicht mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet, dieses vielleicht dorthin: Im Ganzen ist alles beständig. Unter dem selbigen Bild - so glaub' ich - beharrt auf die Dauer nichts in der Welt." - Ovid, "Metamorphosen". Aus: de.wikiquote.org/wiki/Tod Eine Sparbüchse in Form eines Totenschädels aus billiger glänzender Keramik, in schwarz oder weiß, erfährt seine weitere Transformation aus dem Kontext der trivial glitzernden Warenwelt in eine illuminierte Kunst Dinglichkeit. Das Warending wird zu einem Kunstding. Ding Dong, Ding Dong verniedlicht sich das Vanitas Symbol des Totenschädels im Einrichtungskaufhaus. Ding Dong, Ding Dong „entniedlicht“ sich die Totenschädelsparbüchse unter dem Einfluss der Kunst. Der Kopf wird mit einem Maler Krepp Band eingewickelt. Anschließend wird der umklebte Schädel mit Leuchtfarbe bestrichen und teilweise Mittels Lackstiften bezeichnet. Ein grafisches Liniengewirr umschreibt das Volumen, hüllt es in eine kalligrafische Unendlichkeit und erweckt damit seine visuelle Begehrlichkeit. Das Linienmuster durchwebt die lichtflutende Oberfläche, trägt die Spuren von vergangenen Gedankenketten nach Außen und versinnlicht die Sehnsucht nach der vollkommenen Schönheit aller Dinge. Ding Dong, Ding Dong tickt die Uhr im Inneren des Schädels. Ding Dong, Ding Dong durchströmt das Schwarzlicht kontinuierlich den Raum. Der Schädel leuchtet, der Tod leuchtet und die schwarzen Spuren durchbrechen absorbierend den Rhythmus der Zeit. Die Drehung verschluckt die Erinnerung und setzt die Splitter der verlorenen Zeit aufs Neue zusammen. Denn wenn die Zeit gekommen ist und diese uns verschluckt, beißt sich selbst die Katze ein letztes Mal in ihren Schwanz. Markus Wintersberger 2014 "Der Tod: Der Lust folgt Unlust, Abscheu dem Begehren. // Das ist des Lebens Lauf und Ende. Willst du // Vor Klugheit gackern, lerne das begreifen." - Johannes von Tepl, "Der Ackermann aus Böhmen", 1400, nach der Übertragung von E.G. Kolbenheyer, Prag 1943, S. 53. Aus: de.wikiquote.org/wiki/Tod
