Vanitas 1. 2014
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Vanitas 1. Aus der Serie „Reintegration of life and death“. 2014 Rotierende Skulpturen aus Keramik Totenkopf Sparbüchsen, Maler Krepp Klebeband und Projektion "Pathfinder 1994 - 2014" Skulptur, Objekt, Video, Installation, Fotografie Markus Wintersberger 2014 Vanitas (lat. „leerer Schein, Nichtigkeit, Eitelkeit“; auch „Lüge, Prahlerei, Misserfolg oder Vergeblichkeit“) ist ein Wort für die jüdisch-christliche Vorstellung von der Vergänglichkeit alles Irdischen, die im Buch Kohelet im Alten Testament ausgesprochen wird (Koh. 1, 2): „Es ist alles eitel“. Diese Übersetzung Martin Luthers verwendet „eitel“ im ursprünglichen Sinne von „nichtig“. Aus: de.wikipedia.org/wiki/Vanitas Im Spiegel der Zeit erkenne ich mich als ein „leerer Schein“, als ein „Anschein“ meiner eigenen Wunscherfüllung. Alle Lüge, Prahlerei, Misserfolg und vergebene Mühe verbinden sich zu einem Amalgam aus Bild Projektion und Bild Konvention. Die Abwicklung meiner selbst wird zu einer Verwicklung mit dem kommenden Sein. Die Leere des virtuellen Anscheins trifft auf die Leere des Totenkopf Modells. Beide gehen sich aus dem Weg und sind doch in einem synchronen Paarlauf miteinander verbunden. Von Angesicht zu Angesicht trete ich ohne Absicht in diesen Dialog ein, stelle mich der Bild Findung und empfinde meine eigene Nähe zu einem verborgenen Raum. Was wenn alles nur Licht ist, wenn alles aus einem Licht sich erfüllt und damit die Erkenntnis nur eine Entscheidung zwischen Teilchen und Welle wäre? Wenn ich als Licht nun auf diesen Totenschädel treffe, bin ich wahrscheinlich längst über alle Berge und genieße den Zustand unendlicher Schwingung. Markus Wintersberger 2014 Andreas Gryphius. Vanitas! Vanitatum vanitas! Die Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Aschen werden, Kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergötzen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. Was sind doch alle Sachen, Die uns ein Herze machen, Als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, Der immer um muß schweben, Als eine Phantasie der Zeit? Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn. Sobald der Geist gewichen Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was man hier getan. Es hilft kein weises Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt; Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nützen, Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. Ist eine Lust, ein Scherzen, Das nicht ein heimlich Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ist’s, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach verfällt? Was pocht man auf die Throne? Da keine Macht noch Krone Kann unvergänglich sein. Es mag vom Totenreien Kein Zepter dich befreien, Kein Purpur, Gold, noch edler Stein. Wir rechnen Jahr auf Jahre, Indessen wird die Bahre Uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen, Und eh wir uns besinnen Der Erde sagen gute Nacht. Auf Herz! wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, Ist als ein Strom verschossen. Was künftig wessen wird es sein? Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre, Und fleuch den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig ewig machen kann. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Stärke selbst erhält. Aus: www.gedichte.com/gedichte/Andreas_Gryphius
