Latex
Häute mit präzisen Abdrücken von Steinoberflächen — Haut als Speicher, Abdruck als Gedächtnis des Gesteins. In den Ästen der Marillenbäume aufgespannt.
Installative Intervention · nagl ∼ wintersberger · 2025
Eine Intervention zwischen Wachstum und Vergehen — im Marillengarten von Konrad Stania, Krems an der Donau.
Baum – Löss – Latex / Schaum – Schnur – Licht
Wege – Worte – Wiese / Garten – Gehe – Figur
Das Künstlerduo nagl ∼ wintersberger entwickelt für das Kunstereignis „Mailüfterl" eine installative Intervention — eine leise, poetische Auseinandersetzung mit dem Naturraum eines alten Marillengartens in Krems an der Donau.
Mit ortsspezifischen Materialien wird ein Spannungsverhältnis zwischen organischer Schönheit, Zerfall und künstlerischer Transformation inszeniert. Im Zentrum steht eine Baumgruppe rund um eine alte Marille: eine lebende Bühne für eine vielschichtige Erzählung.
Dort begegnen Latexhäute mit präzisen Abdrücken von Steinoberflächen den skulpturalen Objekten aus PU-Schaum, deren aleatorische Formen von Wachstum und Vergänglichkeit erzählen. Diese abstrakten Gebilde, angereichert mit UV-reaktiven Pigmenten, entfalten unter gezieltem Schwarzlicht eine ätherische, fluoreszierende Ästhetik — sichtbar gemacht durch die UV-Handlampen der Besucher:innen.
Vertieft wird die immersive Erfahrung durch performative und kontemplative Handlungsanweisungen sowie durch grafische Arbeiten, die Erde als Zeichenmedium behandeln: feine Lössstrukturen verdichten das Flüchtige zu steinernen Spuren.
gehe rückwärts durch die erdeAndrea Nagl · Handlungsanweisung · künstlerischer Bezug: Richard Long
Alle Elemente der Intervention sind ortsbezogen gesetzt: sie nehmen den Bestand auf, verändern ihn temporär und verschwinden wieder.
Häute mit präzisen Abdrücken von Steinoberflächen — Haut als Speicher, Abdruck als Gedächtnis des Gesteins. In den Ästen der Marillenbäume aufgespannt.
Aleatorische, skulpturale Objekte. Formgebung durch Zufall und Reaktion; Wachstum als Materialereignis. Pigmentiert, UV-reaktiv.
Fluoreszierende Zusätze, unter Tageslicht kaum sichtbar. Erst die Schwarzlichtlampe der Besucher:innen öffnet die zweite Bildebene.
Erde als Zeichenmedium. Grafische Arbeiten, in denen feine Lössstrukturen das Flüchtige zu steinernen Spuren verdichten.
Lineare Setzung im Raum: Verbindung, Vermessung, Wegzeichen zwischen den Bäumen.
Performative und kontemplative Handlungsanweisungen auf Tafeln im Gras — Text als Choreografie der Betrachtung.
Die Texttafeln der Intervention verschieben sich wie Ameisenpfade. Bewege den Zeiger über das Feld.
55 Aufnahmen · 29. Mai – 1. Juni 2025 · Setzung, Objekte, Texttafeln, Latexhäute im Geäst, Schaumkörper in der Wiese und die Nachtansicht unter Schwarzlicht.
35 Bilder · KI-generierte Vorstellungsräume, Entwurfsvisualisierungen und Ankündigungsmotive für Mailüfterl 2025 — daneben realisierte Situationen und Schwarzlichtaufnahmen. Der Entwurf als eigenständige Bildebene neben der Ausführung.
27 Aufnahmen · Ortsbegehung, Materialtests, Papier- und Folienstudien im Geäst, Cortenstahl-Setzungen, 360°-Panoramen des Gartens und die Referenzquelle „Gespräch mit der Natur" von Emil Egli.
The artist duo nagl∼wintersberger creates an installative intervention for the art event “Mailüfterl” — a subtle yet poetic engagement with the natural surroundings of an old apricot orchard in Krems on the Danube.
Using site-specific materials, they stage a tension between organic beauty, decay, and artistic transformation. At the heart of the installation stands a cluster of trees centered around an ancient apricot, serving as a living stage for a multi-layered narrative. Here, latex skins bearing precise imprints of stone textures meet sculptural PU foam objects, their aleatory forms whispering tales of growth and transience. These abstract shapes, enhanced with UV-reactive pigments, unfold an ethereal, fluorescent aesthetic under targeted blacklight — revealed by visitors' handheld UV lamps.
The immersive experience is deepened by performative and contemplative prompts (“walk backwards through the earth” — a line from Andrea Nagl's poetry; with Richard Long as a key artistic reference) and graphic works that treat soil as a drawing medium, where fine loess structures condense the ephemeral into stony traces.
nagl∼wintersberger's artistic statement deliberately oscillates between contrasting poles: life and decomposition, construction and deconstruction, sensual presence and metaphysical absence. By aesthetically engaging with decay, impermanence, and natural dissolution, they open spaces for reflection on the continuous transformation and fragile beauty of existence.
In this dialogue between intervention and integration, the work invites a tender meditation on humanity's place within nature's cycles — and offers a sensory journey through space, form, and time.
Loess – Gföhl Gneiss – Amphibolite
Bei Mailüfterl 2025 waren Fotografie, Grafik und Objekte zu sehen von:
Johannes Dobner · Daniel Domaika · Jutta Fischel · Martin Lutz · Andrea Nagl · Sarah Pührerfellner · Bernhard Schneider · Martin Skopal · J. F. Sochurek · Konrad Stania · Markus Wintersberger · Günter Wolfsberger
Wir haben uns sehr über Ihren und Euren Besuch gefreut.
Kreuzung Reisperbachtalstraße / Steiner Kellergasse
3500 Krems-Stein, Niederösterreich
48°24′06.7″N 015°34′35.9″E
48.401859, 15.576624
Plus Code: CH2G+PJ Krems an der Donau
Freischaffende Tänzerin, Tanzpädagogin, Choreografin und somatic researcher in Wien. Ihre künstlerische Arbeit verbindet Körper, Tanz, Choreografie sowie digitale Werkzeuge in Bild und Ton. Zentral sind Natur, das Verhältnis von Körper und naturräumlicher Umwelt, geologische Prozesse, Embodiment, Raum, Landschaft und die skulpturale Qualität des Körpers. naglandrea.com →
Medienkünstler und FH-Professor an der USTP St. Pölten. Seine Praxis umfasst Medienkunst, Extended Reality, Performance, digitale Installation, interaktive Medien, KI/AI, 3D-Print, generative Verfahren und raumbezogene künstlerische Experimente. Biographie → · USTP / ICMT →
Als künstlerisches Duo entwickeln Andrea Nagl und Markus Wintersberger seit vielen Jahren performativ-installative Arbeiten, in denen Tanz, Bild, Objekt, Sound, Licht, öffentliche Räume und digitale Medien ineinandergreifen. Ihre gemeinsamen Projekte erzeugen Erfahrungsräume zwischen Körper und Material, Ritual und Technologie, Archiv und Gegenwart, Naturraum und Kunstraum. Projekte →