Verwobene Räume
Licht.Stück.Bad.Fabrik ist ein performativ-installatives Ausstellungskonzept, das Tanz, Musik, Licht, Fotografie, Video und Skulptur in die historische Bandlweberei einschreibt.
Die stillgelegte Manufaktur wird nicht als bloße Kulisse behandelt. Ihre Webstühle, Fäden, Treppen, offenen Geschosse und materiellen Spuren bilden ein vorhandenes Instrumentarium. Neue künstlerische Setzungen reagieren darauf und verweben die vermeintlichen Gegensätze von Kultur und Natur.
Ein rotierendes Lichtobjekt lenkt im Stiegenhaus den Blick nach oben. Im Obergeschoss wird die Bandlweberei zur begehbaren Installation. Karlheinz Essls generatives Sound Environment durchzieht die Räume als akustisches Gewebe; Andrea Nagls Körper verbindet in der Performance Maschinenraum, Lichtachsen und skulpturale Objekte. Markus Wintersbergers Bühnenbild und Objekte schaffen ein Feld, in dem Material, Bewegung und Wahrnehmung fortlaufend ihre Rollen tauschen.
Die Arbeit hinterlässt keine lineare Erzählung, sondern eine Erinnerungsspur: Bild, Bewegung und Musik lagern sich in der Fabrik und im umgebenden Naturraum ab. Der Faden wird dabei zum leitenden Topos – als Material, Verbindung, Orientierung und fragile Grenze.
Die sieben Bildarchive wurden vollständig erschlossen. Alle echten Aufnahmen aus den bereitgestellten ZIP-Ordnern sind in weboptimierter Form enthalten; technische AppleDouble-Dateien wurden entfernt.
Video · Performance · Installation

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Die Fabrik als Resonanzkörper I
Die stillgelegte Bandlweberei wird nicht neutral dokumentiert, sondern als empfindliches Gehäuse gelesen. Webstühle, Fäden, Staub, Holz und Licht bilden eine historische Partitur, in die sich neue Objekte einschreiben. Die industrielle Architektur bleibt sichtbar und wird zugleich zur Bühne einer gegenwärtigen Wahrnehmung.
Die Fabrik als Resonanzkörper II
Im zweiten Ausstellungsfeld verdichten sich Objekt, Fotografie, Video und Licht zu einem offenen Parcours. Nichts steht isoliert: Jede Arbeit reagiert auf die nächste, jede Oberfläche nimmt Schatten und Klang auf. Die Fabrik wird zum Medium, das seine eigene Geschichte nicht erzählt, sondern körperlich spürbar macht.
Der Faden der Ariadne · Körper im Webraum
Andrea Nagls Körper bewegt sich durch ein System aus Fäden, Lichtachsen und Maschinenresten. Die Choreografie folgt keinem geradlinigen Weg, sondern tastet, spannt, löst und verknüpft. Bewegung wird zur temporären Zeichnung; der Körper erscheint als lebendiger Knoten zwischen industrieller Vergangenheit und gegenwärtiger Wahrnehmung.
Puppe aus Luft · Nachtkörper im Schwarzlicht
Im Schwarzlicht verlieren Körper und Objekt ihre materielle Eindeutigkeit. Fluoreszierende Linien schweben vor dem Dunkel, bilden Hüllen, Glieder und fragile Gegenkörper. Die Puppe ist kein Abbild des Menschen, sondern eine luftige, instabile Anatomie – ein Nachbild zwischen Skulptur, Tanz und Erscheinung.
Innenkörper · Skulptur als tragbare Architektur
Skulptur und Körper treten in eine unmittelbare Verhandlung. Das Objekt wird getragen, bewohnt, gestützt und durch Bewegung neu proportioniert. Es ist zugleich Kostüm, Schutzhaut, Widerstand und mobiles Bühnenbild. Der Innenraum entsteht dort, wo Körper und Material einander für einen Moment Halt geben.
Shinrin-yoku · Sich in die Natur einschreiben
Außerhalb der Fabrik wird die Skulptur in Wald, Wiese und vegetative Strukturen versetzt. Natur ist dabei weder Kulisse noch Gegenpol zur Kultur. Körper, Kunststoff, Licht und Landschaft bilden ein vorübergehendes Geflecht. Das Bad im Wald wird zur bildnerischen Praxis des Eintauchens, Tarnens und Sichtbarwerdens.
Kultur ist die Platzhirsch*in
Das rote Festivaltier tritt als Störung, Wegmarke und ironische Autorität in Erscheinung. Zwischen Ortszeichen, Kunstfigur und Maskottchen besetzt es die Schwelle zwischen öffentlichem Raum und Fabrik. Kultur erscheint nicht als dekorativer Zusatz, sondern als eigensinnige Präsenz, die Raum beansprucht und Blickrichtungen verschiebt.







