Rail-Reise der Sichtweise
Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, ihre eigene Sichtweise zu erkunden und zu verändern. Im ehemaligen Warteraum und in einem auf den Gleisen abgestellten Triebwagen werden digitale Werke präsentiert. Verfremdete Lochkamera-Fotografien und mittels Artificial Intelligence generierte Bilder fordern dazu auf, die Perspektive zu wechseln und den Anspruch auf Wahrheit und Fiktion neu zu denken.
Das Projekt wird mit einer Tanz-Performance von Andrea Nagl und Markus Wintersberger eröffnet, die sich als astronautische Zeitreisende durch Vergangenes und Kommendes, Industrie 4.0 und AI bewegen. Der Bahnhof wird zum Wurmloch der Zukunft.
Das Prinzip der Lochkamera ist auf dieser Seite selbst in Betrieb: Oben liegt über der Aufnahme eine geschlossene Kamera. Erst das Loch, das Sie mit Maus oder Finger führen, lässt Licht durch — je enger die Blende, desto schärfer und dunkler das Bild. Genau dieser Handel zwischen Helligkeit und Schärfe ist der ganze Apparat.
17:00 Eröffnung · 17:30–18:00 Performance · 18:00–19:00 Ausstellung
Video-Archiv
Sketchfab Collection
Vielloch-Kamera
Eine Lochkamera hat ein Loch. Diese hier hat so viele, wie Sie hineinsetzen. Jedes wirft ein Motiv umgekehrt auf die Mattscheibe — jedes von seiner eigenen Stelle aus. Und jedes einzelne handelt denselben Handel aus wie oben im Titelbild: eng heißt scharf und dunkel, weit heißt hell und weich. Klicken Sie in die Mattscheibe — jedes Loch ist ein Blick. Ziehen verschiebt ihn, ein Doppelklick schließt ihn wieder.
Unter dem Apparat liegt das Motivwerk. Dort wählen Sie aus den elf Kapiteln des Archivs — und Sie können jedem Loch ein eigenes Motiv geben: Loch anklicken, auf Nur dieses Loch stellen, Motiv wählen. Dann liegen Mars und Bahnsteig übereinander in einem Bild. Auch Ihre eigene Kamera lässt sich als Motiv auf ein einzelnes Loch legen, während die anderen weiter das Archiv zeigen.
Gerechnet wird echt: Blendenzahl N = Kammertiefe ÷ Lochweite. Die Unschärfe ist die Summe aus dem geometrischen Lichtfleck und der Beugung am Lochrand — deshalb gibt es ein Optimum, bei rund √(2 · λ · Kammertiefe). Trifft die Lochweite dieses Optimum, springt der Wert auf Gelb. Enger wird es nicht schärfer, nur dunkler.
Das angeklickte Motiv geht an alle Löcher. Wollen Sie einem einzelnen Loch ein eigenes geben: Loch auf der Mattscheibe anklicken, oben rechts auf Nur dieses Loch stellen, dann das Motiv wählen. Die Ringe färben sich nach Motiv.
Bildkapitel
Elf Kapitel, 1.447 Motive — von der Recherche über die Performance bis in AI-Imaginationen und XR. Jedes Bild lässt sich groß öffnen, verlinken und teilen.