Die Ordnung der Dinge
Randnotizen oder die Auflösung der Wunderkammer verschiebt das scheinbar Banale, Ungeliebte, Hässliche und Unsichtbare aus einer gedachten Peripherie in die Mitte der Aufmerksamkeit.
Fundstücke, Fotografien, Videos, Zeichnungen, Pflanzenreste, Knochen und Granit treffen auf Augmented-Reality-Artefakte, 360°-Panoramen, 3D-Drucke und KI-generierte Mischwesen. Die Ausstellung behauptet keine endgültige Klassifikation. Bedeutung entsteht provisorisch – durch Sammeln, Skalieren, Spiegeln, Falten, Animieren und performatives Aktivieren.
Alle neun thematisch geordneten Originalarchive 001–009 sind vollständig integriert. Die Galerien laden zur optimalen Performance schrittweise in Gruppen von 24 Bildern.
Körper · Floating Stones

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Side Notes Wunderkammer · XR Collection
Die 3D-Collection erweitert die physische Ausstellung in einen navigierbaren Datenraum. Galeriearchitektur, Punktwolken, 360°-Sphären, AI-Meta-Animals und transformierte Fundstücke werden als eigenständige digitale Zustände erfahrbar.
Gesamte Collection auf Sketchfab ↗Virale Randnotizen
Das Bild als zirkulierendes Signal
Das Projekt beginnt als visuelle Störung im öffentlichen und digitalen Raum. Typografie, Körperfragment, Objekt und Notation lösen sich aus dem späteren Ausstellungszusammenhang und zirkulieren als eigenständige Vorzeichen. Die Promo-Motive erklären nicht; sie verdichten, irritieren und erzeugen Erwartung. Die Randnotiz wird zum viralen Bildkörper, der sich zwischen Einladung, Behauptung und offenem Code bewegt.
POTIEMKIN
Der Aufbau als sichtbare Denkbewegung
Der Ausstellungsaufbau erscheint nicht als unsichtbare Vorstufe, sondern als eigenständiger Erkenntnisraum. Transportkisten, Sockel, Kabel, Werkzeuge, Modelle und provisorische Blickachsen zeigen, wie Ordnung erst hergestellt wird. Jeder Aufbau ist Versuchsanordnung: ein tastendes Platzieren, Verwerfen und Neuverbinden, bevor die Wunderkammer ihre vorläufige Gestalt annimmt.
Die aufgelöste Wunderkammer
Ausstellung als vernetztes Weltmodell
In der Galerie treffen Fundstücke, Fotografien, Zeichnungen, Pflanzenreste, Steine, Knochen, Projektionen, 3D-Drucke und digitale Artefakte aufeinander. Bedeutung liegt nicht in der isolierten Arbeit, sondern entsteht durch Abstand, Wiederholung, Maßstab und Nachbarschaft. Die historische Wunderkammer wird nicht rekonstruiert, sondern in ein offenes Beziehungsfeld überführt.
ERDUNG
Performance als Aktivierung des Archivs
Andrea Nagls Performance setzt die scheinbar ruhende Ordnung in Bewegung. Der Körper tastet Objekte, Schwere, Schwebezustände und Zwischenräume ab. Gesten werden zu temporären Verbindungslinien; die Galerie verwandelt sich in eine lebendige Partitur, in der Körper, Material und digitale Ebenen einander fortlaufend neu bestimmen.
Übergänge
Vorstudien zwischen Körper, Ausstellung und Natur
Die Vorstudien erproben mögliche Beziehungen, bevor sie sich in der Ausstellung verdichten. Körper, Fundstück, Skulptur und Landschaft bilden instabile Konstellationen. Der Versuch bleibt sichtbar: nicht als unfertiger Rest, sondern als produktiver Denkraum zwischen Inszenierung, Naturbeobachtung und performativer Erfahrung.
FALTUNGEN
Zeichnung als räumliche Randnotiz
Graphit, Tusche, Linie und gefaltetes Papier übersetzen die Randnotiz in eine körperliche Oberfläche. Linie wird Kante, Fläche wird Volumen, Schatten wird Zeichnung. Jede Falte erzeugt einen neuen Ausschnitt und verschiebt den Blick. Lesen wird zu einer räumlichen Bewegung zwischen Bild, Objekt und imaginierter Architektur.
MASKIERUNGEN
Natur, Körper und steinerne Gesichter
Stein, Vegetation und Körper überlagern einander zu wechselnden Identitäten. Das Gesicht wird verdeckt, erweitert oder durch Material ersetzt; Natur erscheint nicht als Kulisse, sondern als aktiver Gegenkörper. Die Recherche verschiebt das scheinbar Nebensächliche in die Bildmitte und erzeugt Porträts ohne stabile Grenze.
LANDSCHAFTSARCHIVE
Unorte, Flugsteine und sphärische Recherchen
Die fotografischen Recherchen sammeln Randzonen des Waldviertels: Gestein, Vegetation, Brachen, zufällige Formationen und beiläufige Strukturen. Aus dokumentarischen Funden entstehen visuelle Speicher, aus denen später schwebende Steine, Panoramen, 3D-Modelle und räumliche Transformationen hervorgehen.
PLASTIC PLANET
KI-Mischwesen und spekulative Artefakte
Die KI-generierten Randnotizen setzen gefundene Formen einer maschinellen Imagination aus. Tiere, Pflanzen, Mineralien, Körperfragmente und Artefakte verschmelzen zu Wesen ohne eindeutige Herkunft. Die Wunderkammer wird zum generativen System, in dem Kategorien nicht bewahrt, sondern permanent zerlegt und neu zusammengesetzt werden.









