Die ehemalige Viehauktionshalle Weimar im September 2008: Tribünen aus Gerüsten, Leinwand, Tänzer:innen auf der Hallenfläche (Bildarchiv 2008)

AV-Neufassung 2026 · TanzMedienAkademie 08 · 4K

Unstern 2026

Die Halle als Gefäß

pèlerinages Kunstfest Weimar · Ehemalige Viehauktionshalle Weimar · 8., 9. und 10. September 2008 · Künstlerische Leitung Markus Wintersberger und Ingo Reulecke

VERMESSUNG · Maus oder Finger führt die Scanlinie · hinter der Linie die Fotografie der Halle (Bildarchiv 2008), vor ihr ihre Strichzeichnung mit Registermarken in 4K-Koordinaten

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Zwei AV-Fassungen · Langfassung und Trailer

AV Video 1 · Langfassung 5:58 auf YouTube ↗05:58 min · 8 950 Bilder · 3840 × 2160 · 25 fps · 16:9 · Stereo −16 LUFS · Vorspann, acht Sätze, Nachspann mit allen Beteiligten, Quellen und Referenzen
AV Video 2 · Trailer 3:12 auf YouTube ↗03:12 min · 4 800 Bilder · 3840 × 2160 · 25 fps · eigene Dramaturgie: der Auktionsring als Ouvertüre, die Verfahren als verdichtete Schnittfolge, Nachspann
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Die Halle als Gefäß

2008 war die gigantische ehemalige Viehauktionshalle in Weimar der einzige fixe Parameter der TanzMedienAkademie. Achtzehn Jahre später ist sie es wieder: Die Neufassung liest die 20 Videodokumente und 449 Fotografien nicht als Erinnerung, sondern als Messdaten eines Raumes.

Die Dokumente von 2007/2008 – Simulationen, Videostudien, Greenbox-Versuche, Proben, Mitschnitte der drei Abende – haben 320 × 240 Bildpunkte. Die Neufassung vergrößert sie nicht auf 4K, sie vermisst sie: Jedes der sieben Verfahren ist aus einem Aspekt des Ortes und des Prozesses entwickelt – aus dem Rundpodest der Auktionshalle, den Raumbegehungen der Probe, den Streifenprojektionen, den rotierenden Segmenten der Unstern-Studien, dem Nebel, den Projektionslandschaften der Simulation.

Die Palette ist die der Halle: warmes Schwarz, Knochenweiß, das Wolfram-Amber der Scheinwerfer, das Eisblau der Projektionen. Der Ton kommt aus den Originaltönen der Dokumente (Sound 2008: Constantin Popp, Riko Graupner), gefaltet in einen Hallraum von 5,5 Sekunden Nachklang; an jedem Schnitt schlägt ein Auktionshammer.

20Videodokumente 2007/2008
48von 449 Fotografien im Archiv dieser Seite
7+1Verfahren · Sätze
4K3840 × 2160 · 25 fps

„Das Publikum findet kein Stück vor, das Stück schreibt sich einem komplexen Zustand gleich in das vorhandene Szenario.“

Markus Wintersberger, 2008

„Das Labor ist die Viehauktionshalle. Das Ergebnis ist die Performance.“

Karl Kühn, 2008
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Sieben Verfahren · ein Raum

Die Sätze der Langfassung · Klick auf ein Bild öffnet das Standbild in voller Größe

Vermessung

Der Ort als einziger fixer Parameter · Eine Scanlinie vermisst die Fotografien der Halle und die Skizzen der Recherche: vor der Linie die Strichzeichnung, hinter ihr das Bild, dazwischen Registermarken mit Koordinaten.

Quelle: Flickr-Archiv · 449 Fotografien · Skizzen 2008

Auktionsring

Polare Zeitkarte · Das Rundpodest im Lichtkegel als Uhr: jeder Winkel zeigt einen anderen Moment der letzten vier Sekunden, der Zeiger „JETZT“ läuft um, die Mitte bleibt Gegenwart.

Quelle: TanzMedienAkademie 08 · Part 1

Zeit-Raum-Pakete

Raumbegehungen · Das Bild zerfällt in 16 × 9 Pakete, jedes mit eigenem Zeitversatz. Darüber zeichnen sich die Laufwege der Tänzer:innen als Spuren ein – Schrittfolgen, Raumdurchmessungen.

Quelle: Tanzprobe I Rennweg · Part 1 · Part 2

Streifen

Der Körper als Verschiebung · Ein Linienraster wie aus einem Projektor biegt sich um die Körper: Helligkeit wird Strichbreite, Bewegung wird Verschiebung. In der Greenbox bleibt nur der Körper im Raster.

Quelle: Videostudie 1_3 · Labor//Versuch 2 · Part 3

Unstern

Rotierende Segmente · Nach den Unstern-Studien 001–003: die freigestellten Körper kreisen als fünf bis acht Segmente mit Zeitversatz um ein Zentrum – „einem Vogelflug gleich“.

Quelle: Greenbox FH St. Pölten · Videostudie 1_6 · Labor//Versuch 1

Nebel

Dichtefeld · Das Bild als Dichte, getragen von seiner eigenen Bewegung: der optische Fluss treibt den Nebel, das Licht der Lampe bleibt Wolfram-Amber, der Rest steigt kalt nach oben.

Quelle: NEBELTANZ Testphase 07/08 · Part 3

Projektionslandschaft

Simulation Viehalle · Die Simulationen vom Mai und Juni 2008 als Höhenfeld: Projektion auf morphisch bewegte Flächen, die Spitzen der Helligkeit markiert als Lichtpunkte über dem Gitter.

Quelle: Simulation Viehalle 2 / 5 / 7 · Projektionsskulptur Skizze 1

Gesamträumliche Inszenierung

Alle Verfahren zugleich · Zum Schluss schreiben sich alle Verfahren im Schnellschnitt ineinander – wie 2008 das Stück „einem komplexen Zustand gleich in das vorhandene Szenario“.

Quelle: alle 20 Dokumente

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Ton · der Hallraum

Originaltöne 2008

Jeder Satz verwendet den Ton genau der Stellen, deren Bild er zeigt – gedehnt (Nebel ×4, Ring ×3), in Zeitpakete zerlegt (Pakete), als Kammfilter im Maß der Streifenbreite (Streifen) oder als fünf bandgeteilte Kopien mit Versatz (Unstern).

Auktionshammer

An jedem Schnitt ein hölzerner Schlag, durch eine künstliche Hallantwort von 5,5 s geschickt: die Erinnerung an die Funktion des Ortes, zugleich das Metrum der Montage.

Sonifikation

Ein Grundton auf 55 Hz atmet mit der Helligkeit der Bilder, ein Obertonband mit ihrer Bewegung. In Vor- und Nachspann Stimmfragmente aus dem Präsentationsvideo in der Halle (Pilgerbar, 6. September 2008).

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Zeit-Raum-Pakete · Archiv

48 Fotografien aus dem Flickr-Album „TanzMedienAkademie 08. 2008“ (449 Bilder) · jede Kachel trägt ihren eigenen Zeitversatz · Klick = Großansicht
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TanzMedienAkademie 08 · Original

Die TanzMedienAkademie, 2007 vom Kunstfest Weimar ins Leben gerufen, bot 2008 jungen Choreograph:innen und Medienkünstler:innen ein Forum zu interdisziplinärer Recherche.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten entwickelten junge Künstler:innen aus Wien und Berlin Ideen für ein choreographisches Setting aus Medienkunst und Performance. Der Ort: die gigantische ehemalige »Viehauktionshalle«. Die räumlichen Gegebenheiten dieser Halle bildeten den einzigen fixen Parameter. Der Rest war Öffnung, Austausch, Transparenz, Kommunikation zwischen den Disziplinen – bildende Kunst, Medienkunst, Performance, Tanz. Am Ende stand eine gesamträumliche Inszenierung, die den kommunikativen Prozess anschaulich machte.

Der Raum, die ehemalige Viehhalle Weimar, war das Gefäß, dessen architektonische und geschichtliche Gegebenheiten die Aktion Unstern erzwangen. Kommunikation war die entscheidende Weiche, der Hebel, mit dem die Halle in Bewegung gesetzt wurde.

„Bewegt Abstraktes, rotierende Segmente, schwebende Spiralformen durchziehen den Bildraum, deuten einen zugrunde liegenden Körper an und erzählen von einer choreografierten Spurensuche in Raum und Zeit.“

Unstern Studie 001–003 · Markus Wintersberger, 2008

„Auch Raum und Zeit selbst und Licht und Klang … und der menschliche Körper selbst, als das Maß aller Dinge, kann als Medium verstanden werden.“

Karl Kühn, 2008

„Es entstehen molekulare Welten, in dem der Sinn des Hörens und Sehens verstärkt werden kann.“

Friederike Plafki, 2008
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Mitwirkende

TanzMedienAkademie 08 · 2008

Künstlerische Leitung
Markus Wintersberger, Ingo Reulecke
Medienkunst
Eva Chytilek, Florian Knispel, Karl Kühn, Claudia Larcher
Choreographie
Ehud Darash, Andrea Nagl, Friederike Plafki, Louise Wagner
Sound
Constantin Popp, Riko Graupner
Tanz
Susana Beiro, Alessio Castellacci, Raffaella Galdi, Julia Kathriner, Florencia Lamarca, Andrea Nagl, Juli Reinartz, Maik Riebort, Davide Sportelli
Technik
Alex Lanver · Technische Assistenz: Daniel Schönefeld
Kamera
Florian Knispel · Anna Pfannstiel (Pilgerbar)
Fotografie
Karl Kühn
Projekt­management
Daniela Ebert, Franka Günther · Projektassistenz: Elske Hermann
Förderung
Kulturstiftung des Bundes · mit freundlicher Unterstützung der Konsumgenossenschaft Weimar e.G.
Kooperation
SeaM der HfM FRANZ LISZT Weimar · Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien · FH St. Pölten, Studiengang Medientechnik

UNSTERN 2026 · Neufassung

Konzept · Leitung
Markus Wintersberger
Übersetzung
Generative Bild- und Klangübersetzung mit Python · NumPy · OpenCV · ffmpeg — mit Claude (Anthropic)
Quellen
20 Videodokumente 2007/2008 (Kanal Unstern08) · 449 Fotografien (Flickr, Karl Kühn) · Texte der Projektseite 2008
Ton 2008
Originaltöne der Dokumente: Constantin Popp, Riko Graupner
Ort
Wien 2026
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Chronik

  1. Das Kunstfest Weimar (pèlerinages) ruft die TanzMedienAkademie ins Leben.
  2. Recherche in Wien: Tryout in der Greenbox der FH St. Pölten (Tanz Andrea Nagl), Labor//Versuch 1+2 = Framing in der Bluebox, Tanzprobe I Rennweg – „Zeit-Raum-Pakete“.
  3. Videostudien 1_1–1_7 (Video Markus Wintersberger, Tanz Andrea Nagl, Sound Constantin Popp) · Simulation Viehalle 2 und 4.
  4. Simulation Viehalle 5 und 7 · Projektionsskulptur Skizze 1: Projektion auf morphisch bewegte Flächen.
  5. NEBELTANZ Testphase 07/08 (Karl Kühn, Friederike Plafki, Ingo Reulecke, Louise Wagner).
  6. Open Lab · Präsentation in der Pilgerbar, Platz der Demokratie Weimar.
  7. Gesamträumliche Inszenierung in der ehemaligen Viehauktionshalle Weimar · pèlerinages Kunstfest Weimar 2008.
  8. Bildarchiv: 449 Fotografien im Flickr-Album „TanzMedienAkademie 08. 2008“.
  9. UNSTERN 2026 · Die Halle als Gefäß — AV-Neufassung in 4K, Langfassung 5:58 und Trailer 3:12.
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Technik

Ausgabe

3840 × 2160 · 16:9 · 25 fps · H.264 High 5.1 · AAC 320 kbit/s · Lautheit −16 LUFS · Langfassung 5:58 (8 950 Bilder) · Trailer 3:12 (4 800 Bilder)

Quellmaterial

20 Videos 320 × 240 bis 600 × 480 (12–30 fps, 0:54–10:28) · 449 Fotografien bis 1280 px · Skizzen und Pläne der Recherche 2008

Verfahren

Kantenerkennung und Merkmalspunkte (Vermessung) · polare Zeit-Ringpuffer (Auktionsring) · Kachel-Zeitversatz und Lucas-Kanade-Tracking (Pakete) · phasenmodulierte Linienraster mit Chroma-Keying (Streifen) · Rotations-Delays freigestellter Körper (Unstern) · Advektion durch optischen Fluss und Curl-Noise (Nebel) · perspektivisches Höhenfeld (Projektionslandschaft)

Farben der Halle

Warmes Schwarz Knochen Wolfram-Amber Eisblau Nebelgrau

Schrift

Barlow Condensed (Titel, Tafeln) · IBM Plex Mono (Messwerte, Timecode, Quellenangaben)

Dateien

UNSTERN_2026_TMA08_LANGFASSUNG_4K.mp4 · UNSTERN_2026_TMA08_TRAILER_4K.mp4

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Referenzen

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