Der Körper als Projektionsfläche, der Raum als Medium: EUTOPIA entwarf 2003/2004 im Regierungsviertel St. Pölten einen imaginären Ort zwischen architektonischem Gefüge und medialem Bild.
Die Neue Fassung 2026 restauriert dieses Archiv nicht, sie übersetzt es. Neun Videodokumente des Zyklus – Modellinszenierungen der Transistorischen Electrosphäre 2003, Modell und Performance 2004, PRELOAD an der Fassade des Cinema Paradiso, (dis)appearing capital in der Galerie Stadtpark Krems und AUTOPLAY EUTOPIA 2007 – liegen in 480 × 360 Pixeln vor, zusammen 3:08:50 Stunden. Aus ihnen werden 46 kurze Passagen entnommen, zusammen 7:26 Minuten – 3,9 Prozent des Archivs.
Das Material wird als Datenkörper behandelt, dessen eigentliche Dimension die Zeit ist. Ein Ringpuffer von 64 Einzelbildern liegt unter jeder Szene: Jede Bildspalte, jede Zeile, jeder Farbkanal kann aus einem anderen Moment stammen. So werden die Tänzerinnen im Modellraum auseinandergezogen, die Stahlgitter des Landhausboulevards beginnen zu fließen, das Verschwinden in Krems schreibt sich als Lichtspur ein. Die Körper, das Gerüst, das Auge und die Barockfassade bleiben erkennbar – als Spuren, nicht als Zitate.
Die Montage folgt den Stationen des Zyklus in sieben Sätzen und kennt nur Überblendungen; einzig AUTOPLAY schneidet hart. Das kleine Archivformat wird nicht kaschiert, sondern zu Raster, Korn und Zeitschicht einer 4K-Fläche.
- Archiv
- 3:08:50
- Film
- 7:00
- Verdichtung
- 27 : 1
- Entnahmen
- 46