Kohlezeichnung aus der Serie 100 Drawings (2010): ovale Schleifen aus Kohle auf Papier, Format A2

AV-Neufassung 2026 · Aus der Serie „100 Drawings“ · 4K

Rhythmus 11

Lesekopf · 2026

Blatt, Strich, Kohle, Wiederholung, Linienvorgabe – die Seite folgt den Prinzipien der Zeichnung. 2011 wurden 100 Kohlezeichnungen zu musikalischen Pattern verdichtet und montiert. 2026 werden sie gelesen: Ein Lesekopf fährt über jedes Blatt. Die Dichte der Kohle unter dem Kopf ist der Klang. Die Zeichnung ist die Partitur.

Markus Wintersberger · medienwerkstatt006 Konzept, Zeichnung, Produktion, Video, Audio
Andrea Nagl Choreografisches Konzept, Tanz (Doppelhelix 2011)
Langfassung 5:26 · Trailer 2:24 3840 × 2160 · 25 fps · 16:9 · H.264 / AAC · −16 LUFS
Wien, September 2026
01

Zwei AV-Fassungen · Langfassung und Trailer

AV Video 1 · Langfassung 5:26 auf YouTube ↗05:26 min · 8 150 Bilder · 3840 × 2160 · 25 fps · 16:9 · Stereo −16 LUFS · Vorspann, sechs Lesungen (Lesung · Zählwerk · Doppelhelix · Kanon · Hundert · Nachspann) mit allen Referenzen
AV Video 2 · Trailer 2:24 auf YouTube ↗02:24 min · 3 600 Bilder · 3840 × 2160 · 25 fps · eigenständiger Durchlauf mit eigenem Tempo – kein Schnitt aus der Langfassung: 16 Lesungen, Zählwerk ab der zweiten Phase, verkürzte Doppelhelix, Nachspann
02

Lesen statt montieren

Die Videoarbeit Rhythmus 11 von 2011 hat 100 digitalisierte Kohlezeichnungen zu musikalischen Pattern verdichtet und zeitlich montiert – Raster, Verschachtelungen, „eine Abfolge unendlich variabler Einzelbildframes“. Die Neufassung 2026 dreht das Verfahren um. Sie montiert die Zeichnungen nicht mehr, sie liest sie: Ein Lesekopf – eine rote Linie, wie die Abtastlinie eines Scanners oder der Tonkopf einer Bandmaschine – fährt über jedes Blatt. Was er unter sich findet, wird zum Klang. 48 Vertikalbänder jeder Zeichnung steuern eine additive Sinusbank; die Elf des Titels wird zum Tonsystem: elf gleiche Teile der Oktave (11-EDO), auf 55 Hz gestimmt.

Die Bildsprache ist so reduziert wie das Ausgangsmaterial: Papier, Kohle, eine rote Linie. Keine Farbeffekte, keine Bildgenerierung, kein fremdes Sample. Das Verfahren bleibt jederzeit sichtbar – eine Readout-Zeile am unteren Rand nennt Blatt, Kopfposition, Dichte, Schritt und Reihe. Das entspricht dem Anspruch des Werktextes von 2011: Die Bilder täuschen die Wahrnehmung, verschleiern jedoch nicht ihren Entstehungsprozess.

Die drei Werke des Zyklus 100 Drawings kehren als Operationen wieder: die Raster von Rhythmus 11 als Zählwerk 11 × 11, die „gesplittete Bildverdoppelung“ der Doppelhelix als zwei Bildhälften und zwei gegenläufige Köpfe, die Rhythmus-Dürer-Studien als Kanon, in dem Dürer und Kritzel in elf Streifen unter demselben Kopf gelesen werden. Am Ende stehen alle hundert Blätter übereinander – das durchschnittliche Blatt – und zerfallen wieder in Einzelbilder, bis der Kopf das letzte Blatt löscht.

„100 Zeichnungen werden zu einer Abfolge unendlich variabler Einzelbildframes, sie täuschen die Wahrnehmung der BetrachterIn, verschleiern jedoch nicht ihren Entstehungsprozess.“Markus Wintersberger, Werktext Rhythmus 11 · 2011

„Elf Schritte. Zwei Köpfe. Hundert Blätter.“Vorspann Lesekopf · 2026

Ausgangsmaterial100 Drawings · 100 Kohlezeichnungen, Kohle auf Papier A2 · 2010 · 98 Digitalisate 1920 × 1080
OriginalRhythmus 11 · Variable Videoprojektion 2011 · HD 16:9 · 8:24
BezugDoppelhelix (2011, mit Andrea Nagl) · Rhythmus 11 / Studie 1–9 · Rhythmus Dürer / Studie 1–9 · me you drawing
Tonsystem11-EDO auf 55 Hz · 48 Partialtöne · Sonifikation der Kohledichte
FassungenLangfassung 5:26 · Trailer 2:24 · 3840 × 2160 · 25 fps
03

Sechs Lesungen

Vorspann: Titel RHYTHMUS 11 auf Papier, links das gelesene Blatt, die rote Linie des Lesekopfs
0

Vorspann

Lang 0:00–0:20 · Trailer 0:00–0:10

Blatt 001 entwickelt sich hinter dem Kopf. Drei Titelseiten: Titel, Credits, das Verfahren in drei Sätzen. Drone auf 55 Hz, der Kopf liest leise.

Lesung: eine Kohlezeichnung auf Papier, rechts ein ungelesener heller Rest, rote Linie mit 48 Spektrum-Ticks
I

Lesung

Lang 0:20–1:12 · Trailer 0:10–0:32

Ein Kopf liest 24 Blätter (Trailer 16), die Dauer einer Lesung fällt von 6,0 auf 1,1 Sekunden. Jede elfte Lesung negativ: weiße Kohle auf Schwarz. Die Ticks am Kopf zeigen die 48 Bänder, das Readout Blatt, Position, Dichte.

Zählwerk: schwarzes Raster 11 × 11, eine Reihe aus weißen Kohlezeichnungen, rote Spaltenmarke
II

Zählwerk

Lang 1:12–2:22 · Trailer 0:32–1:04

Ein Step-Sequencer aus 11 × 11 Zellen (349 × 196 px), wie die Raster von 2011. Erst eine Reihe, dann Reihe 7·s mod 11 – elf gegen sieben. Teilung 11 → 22 → 44. Jeder elfte Schritt flippt die Zelle ins Papier.

Doppelhelix: zwei Bildhälften mit der Tänzerin Andrea Nagl in weißen Lichtspuren, darüber graue Kohlelinien, zwei rote Köpfe
III

Doppelhelix

Lang 2:22–3:42 · Trailer 1:04–1:40

Beide Bildhälften tragen das Breitband-Bild von 2011 mit Andrea Nagl, rechts gespiegelt und bis zu ±4 s versetzt – die „inexistente asynchrone Synchronität“ wörtlich genommen. Zwei gegenläufige Köpfe, um 1/22 Oktave verstimmt, die Zeichnung driftet darüber.

Kanon: elf vertikale Streifen, abwechselnd Dürer-Kupferstich und Kohlekritzel, rote Leselinie
IV

Kanon

Lang 3:42–4:16 · Trailer 1:40–1:52

Elf Streifen: Dürer und Kritzel wechseln nach dem Muster (7i + n) mod 11. Der Kopf liest abwechselnd eine Dürer-Grafik und ein Blatt – der zeichnerische Kanon und der Kritzel unter demselben Kopf, wie in den Rhythmus-Dürer-Studien von 2011.

Hundert: eine graue Wolke aus hundert übereinandergelegten Kohlezeichnungen auf Papier
V

Hundert

Lang 4:16–5:00 · Trailer 1:52–2:08

Der Mittelwert von 1 bis 98 Blättern baut sich auf – das durchschnittliche Blatt. Dann ein Blatt pro Einzelbild, verlangsamt bis 32 Bilder Haltezeit. Zuletzt löscht der Kopf das letzte Blatt: Papier, Linie, Schwarz. Nachspann 5:00–5:26 mit allen Referenzen.

04

Blatt 101 · selbst zeichnen, wiederholen, lesen lassen

Ein leeres Blatt im Format A2 quer, wie die hundert von 2010. Die Kohle zieht dünn, wenn die Hand schnell ist, und setzt dicht ab, wenn sie langsam wird. Wiederholen zieht die eigenen Striche elfmal erneut – verschoben, gedreht, gestreckt, wie beim Kritzeln der Ovale. Blatt lesen zerlegt das Blatt in 48 Bänder und spielt es mit derselben Sinusbank wie das Video. Nichts wird gesendet oder gespeichert; das Blatt bleibt im Browser.

000

05

Selbst lesen · zwölf Blätter aus dem Archiv, ein Kopf, 48 Töne

Kohlezeichnung aus der Serie 100 Drawings

Dasselbe Verfahren wie im Video, im Browser: 48 Sinustöne in 11-EDO auf 55 Hz, jeder Ton ein Band des Blattes, seine Lautstärke die Kohledichte unter dem Kopf. Kein Autoplay – Ton nur auf Klick.

06

Ton · die Zeichnung ist die Partitur

Der gesamte Ton entsteht aus den Zeichnungen, aus dem Zählwerk und aus dem Originalton von 2011. Es gibt kein fremdes Sample und keine generierte Musik. Jedes Blatt wird in 48 Vertikalbänder und 3 840 Spalten Kohledichte zerlegt; unter dem Kopf werden die 48 Bandwerte zu Amplituden einer additiven Sinusbank. Die Stimmung ist 11-EDO – elf gleiche Schritte pro Oktave, ein Tonsystem ohne reine Quinte, das keinen bekannten Dreiklang kennt. Die Partialtöne liegen auf den Schritten round(1,4·i), von 55 Hz bis etwa 3,5 kHz; das oberste Band des Blattes ist der höchste Ton, die Position des Kopfes das Panorama.

44 Schritte 11-EDO · jede Oktave beginnt rot · 55 · 110 · 220 · 440 Hz

Lesung · Kanon · HundertAdditive Sonifikation, 48 Partialtöne, Pan folgt dem Kopf. Im Kanon liest der Kopf die dichten Schraffuren Dürers – ein rauschender Spektralteppich gegen die klaren Ovale der Kritzel.
DoppelhelixZwei Sinusbänke, die rechte um 1/22 Oktave verstimmt: Schwebungen zwischen den beiden Köpfen, gegenläufige Panoramen. Dichte Granularspur.
ZählwerkKlicks aus Sinus und Rauschen, Tonhöhe aus der Blattnummer mod 22 in 11-EDO; Tiefschlag 55 Hz auf jedem elften Schritt; zweiter Klick auf den Reihen mod 7 – elf gegen sieben.
Hundert · StrobeJedes Einzelbild ist ein 40-ms-Grain seines eigenen Blattes, an einer Zufallsspalte gelesen. Bei 25 Bildern pro Sekunde wird der Strobe zum Ton.
Granularspur 2011Körner von 50 bis 500 ms aus dem Originalton von Rhythmus 11 (2011), im Vorspann, Zählwerk, in der Doppelhelix, im Kanon und im Nachspann.
Masteringloudnorm zweistufig auf −16,8 LUFS / TP −2 dB, +1,2 dB und Limiter vor AAC; im fertigen Video −16,4 (Lang) bzw. −16,5 LUFS (Trailer), True Peak ≤ −1,1 dBFS.
07

Original 2011 · Rhythmus 11 und Doppelhelix

Rhythmus 11. Aus der Serie „100 Drawings“ · 2011 · 8:24 auf YouTube ↗Variable Videoprojektion · HD Video 16:9 · Konzept, Produktion, Video und Audio: Markus Wintersberger · Projektseite 2011
Doppelhelix. Aus der Serie „100 Drawings“ · 2011 · 4:12 auf YouTube ↗Variable Videoprojektion · HD Video 16:9 · Konzept, Produktion, Video und Audio: Markus Wintersberger · Choreografisches Konzept, Tanz: Andrea Nagl · Projektseite 2011

Rhythmus 11 · Werktext 2011

100 digitalisierte Kohle Zeichnungen bilden das Ausgangsmaterial zur Videoarbeit Rhythmus 11. Diese Zeichnungen werden zu musikalischen Pattern verdichtet und zeitlich montiert. In Form einer komplexen Verschachtelung wird an Hand einer subtilen Klangspur eine rhythmische Bewegtbildchoreografie erstellt, die einerseits auf das Ausgangsmaterial der Zeichnungen verweist aber auch bestimmte Codes heutiger generativer Medienkompositionen versinnbildlicht. 100 Zeichnungen werden zu einer Abfolge unendlich variabler Einzelbildframes, sie täuschen die Wahrnehmung der BetrachterIn jedoch verschleiern sie nicht ihren Entstehungsprozess. Markus Wintersberger 2011

Doppelhelix · Werktext 2011

In der Videoarbeit Doppelhelix tritt die Choreografin und Tänzerin Andrea Nagl mit einem bewegten Bildraum aus animierten Kohlezeichnungen in Beziehung. Sie ist eingebettet in eine Raum Zeit Spur aus grafischen Linien, blitzt in manchen Momenten stärker hervor oder fügt sich nahezu unsichtbar in das Geschehen. Impulsartig scheint die Tänzerin Bewegungen in den Bildraum zu schleudern oder vom Bildraum selbst in Bewegung gesetzt zu werden. Eine Choreografie aus dynamischem Bildgrund und bewegter Figur bedingt sich gegenseitig und erschafft somit erst in dieser verdoppelten Wechsellogik ein subtiles Spiel aus grafischen Linien und bildgebenden Gesten. Mittels einer gesplitteten Bildverdoppelung wird das Geschehen multipliziert, bleibt aber in dieser Doppelung jeweils für sich eigenständig. Diese inexistente asynchrone Synchronität entspricht einer poetischen Gesamtlogik, die in der Arbeit Doppelhelix eine visuelle Übersetzung erfahren soll. Markus Wintersberger 2011

Der Zyklus 100 Drawings · 2010/2011

Alle Werke des Zyklus auf medienwerkstatt006.at:

08

Hundert Blätter · die Partitur

Die 98 Digitalisate der Kohlezeichnungen von 2010 in der Reihenfolge des Bildarchivs, so wie sie der Lesekopf liest – in der Neufassung als Ink-Karte normalisiert (Papierweiß aus dem 92. Perzentil, Kohleschwarz aus dem 1.). Zwei Blätter des Zyklus liegen im Archiv nur invertiert vor; sie erscheinen hier als Leerstellen. Klick öffnet das Blatt.

Alle 100 Blätter mit Nummern: 100 Drawings – Kohlezeichnungen A2 · 2010

09

Chronik · 2010 → 2011 → 2026

2010100 Drawings – 100 Kohlezeichnungen, Kohle auf Papier, Format A2. Zeichnung als performativer Akt: Spur von Bewegung, Zeit und Körperprozess. Digitalisierung, Bildarchiv auf Flickr (502 Bilder inkl. Invertierungen, Dürer-Referenzen, Videoframes).
2011Rhythmus 11 (8:24) und Rhythmus 11 / Studie 1–9 · Doppelhelix (4:12) und me you drawing mit Andrea Nagl · Rhythmus Dürer / Studie 1–9. Variable Videoprojektionen, HD 16:9. Veröffentlichung auf YouTube, Playlist „100 Drawings 2011“.
2026RHYTHMUS 11 · LESEKOPF: Neufassung und experimentelle AV-Übersetzung in 4K, Langfassung 5:26 und Trailer 2:24. Konzept, Zeichnung, Produktion, Video und Audio: Markus Wintersberger · medienwerkstatt006, Wien, September 2026. Realisiert mit Claude (Anthropic) als Werkzeug für Code, Komposition und Schnitt.

Mitwirkende

Konzept, Zeichnung, Produktion, Video, AudioMarkus Wintersberger · medienwerkstatt006
Choreografisches Konzept, Tanz (Doppelhelix 2011)Andrea Nagl · nagl~wintersberger
Referenz Kapitel IVAlbrecht Dürer, Kupferstiche und Holzschnitte (gemeinfrei), wie in Rhythmus Dürer 2011
WerkzeugClaude (Anthropic) · Python / NumPy · ffmpeg
Lizenz OriginaleCreative Commons BY-NC 3.0 AT (2010/2011)
10

Technik

Bild3840 × 2160 · 25 fps · 16:9 · H.264 High 5.1 (x264 veryfast, crf 21, maxrate 40 Mbit/s) · Langfassung 8 150 Bilder, Trailer 3 600 Bilder
TonAAC 256 kbit/s · 48 kHz · Stereo · −16,4 / −16,5 LUFS · True Peak ≤ −1,1 dBFS
EnginePython / NumPy → ffmpeg-Pipe; deterministische Frame-Funktion f(t), in Abschnitten parallel gerendert und ohne Neucodierung zusammengefügt; 0,31–0,43 s pro 4K-Bild auf zwei Kernen
Cache98 Blätter als 4K-Ink-Karten (uint8), 48 × 3 840 Banddichten je Blatt, Rasterversionen 349 × 196 / 174 × 98 / 87 × 49, kumulativer Mittelwert für „Hundert“
DoppelhelixDoppelhelix 2011 (1280 × 720, Breitband Zeilen 180–541) mit 5 Bildern/s entnommen, im Video zwischen den Bildern überblendet – die Bewegung wird zur Spur
SchriftUnbounded (Titel) · Space Mono (Readout, Nachspann)

Die Seite selbst wiederholt das Verfahren im Kleinen: Der Hero-Lesekopf liest die Banddaten von Blatt 1, Blatt 04 ist eine Zeichenfläche im Format A2, deren Kohle der Kopf in 48 Bänder zerlegt und spielt, der Archivleser auf Blatt 05 spielt zwölf Blätter mit derselben Sinusbank (Web Audio, 48 Oszillatoren, 11-EDO) – nur auf Klick, ohne Autoplay. Die Banddaten liegen als JSON mit 48 × 120 Werten je Blatt vor.

Photosensibilität: Der Einzelbild-Strobe in Kapitel V beschränkt sich auf weiße Linien auf Schwarz und verzichtet auf Vollflächen-Blitze.

11

Referenzen

Weitere AV-Neufassungen 2026: UNSTERN 2026 · DIE ANDERE SEITE — GLASWAND 2026 · GAMMARAY — DER ACHTE SATZ 2026 · GRANAT — BRÜCKENSCHLEIFE 2006 ⇄ 2026 · MOVING GALLERY — TRANSIT 2026

◆ Masterklasse Digital
Design
it starts with your idea →