
Vorspann
LANG 0:00–0:24 · TRAILER 0:00–0:12Ein Fräskopf schreibt den Titel in Hershey-Einstrichschrift; die Werkzeugbahn läuft als G-Code mit. Dahinter öffnen sich vier Spalte — die vier Zentren.
MARKUS WINTERSBERGER · ANDREA NAGL · 2011 / 2026
Zeitgeflecht · Licht · Zeit · Bewegung
IV — EINGEFRÄST · 04:052011 füllten vier Sequenzen der Choreografin Andrea Nagl gleichzeitig den Bildraum: eine Tänzerin, eingebettet in ein Feld live zugespielter Lichtzeichnungen. 2026 werden die Metaphern des Werktexts beim Wort genommen — das Zeitgeflecht wird gewebt, die Lichtspur vom Körper getrieben, das Einfräsen zur Werkzeugbahn, der Zeitraum zu einem einzigen Bild.
Die Neufassung arbeitet ausschließlich mit dem Material von 2011: dem Video der vier Sequenzen (1280 × 720, 24 fps, mit Originalton), 401 Lichtzeichnungen und zehn Kohlezeichnungen im Format A2. Jedes Kapitel übersetzt einen Satz des Werktexts in ein eigenes Bildverfahren — Zeitversatz, Weberei, optischer Fluss, Fräsbahn, Summenbild.
Die Bildsprache ist eigens für diese Arbeit entwickelt: strenges Schwarz-Weiß zwischen Licht und Kohle, die Polarität der Zeichnungen als Dramaturgie, eine einzige Akzentfarbe — die Glut des Fräskopfs — und eine Einstrich-Vektorschrift (Hershey), die als Werkzeugbahn geschrieben wird, nicht gesetzt. Die Titel dieser Seiten sind dieselben Bahnen.
Der Ton entsteht nur aus dem Originalton von 2011: als Kanon der vier Zentren, als Granulation im Rhythmus der Webbindungen, als Sonifikation des optischen Flusses, als Spindeltöne der Fräse und als 401 Einschreibungen. Keine generative KI.
4 Sequenzen der Choreografin Andrea Nagl füllen gleichzeitig den Bildraum. Die Tänzerin ist in ein Feld aus live zugespielten Licht Zeichnungen eingebettet. Jede Bewegung scheint die jeweilige Lichtspur zu verändern.Markus Wintersberger, Werktext 2011


Ein Fräskopf schreibt den Titel in Hershey-Einstrichschrift; die Werkzeugbahn läuft als G-Code mit. Dahinter öffnen sich vier Spalte — die vier Zentren.

Die vier Sequenzen von 2011 laufen nebeneinander und werden zeitlich auseinandergezogen (bis 18 s Versatz in der Langfassung). Nachleuchten macht Bewegung zur Spur; darunter der Mittelspalt jeder Sequenz als Zeitband.

Ein tatsächliches Gewebe: Kette = Lichtzeichnung, Schuss = Zeitspalt der vier Sequenzen. Leinwand, Köper 2/2, Kettatlas 5 und Panama folgen aufeinander; ein Ikat-Versatz verschiebt die Kettfäden in der Zeit, zuletzt fallen Fäden aus.

Der optische Fluss der Tänzerin (Farnebäck) treibt 9 000 Lichtteilchen. Sie werden im Hellen geboren, folgen der Bewegung und leuchten als Spuren nach; Wirbel um die vier Zentren machen den Raum zum Partner.

Kohle- und Lichtzeichnungen werden skelettiert und als Werkzeugbahnen von vier Spindeln T1–T4 in eine Graphitplatte gefräst. Danach fällt das Licht der Zeichnung in die Rillen.

Alle 401 Lichtzeichnungen werden beschleunigt eingeschrieben; ihre Lichtlinien summieren sich zu einem einzigen Bild — einem Zeitraum. Zuletzt kippt es in die Polarität der Kohle.

Mitwirkende, Material, Verfahren, Referenzen und Links.
Vier Bindungen ordnen das Zeitgeflecht. Weiß = Kettfaden (Lichtzeichnung) liegt oben, Schwarz = Schussfaden (Zeitspalt der vier Sequenzen) liegt oben.
Kette und Schuss. Die Kettfäden tragen eine Lichtzeichnung, die Schussfäden den Mittelspalt der vier Sequenzen über die ganze Dauer des Videos – Zeit als Faden. Wo die Bindung die Kette nach oben holt, erscheint das Bild; wo der Schuss oben liegt, die Zeit.
Optischer Fluss. Zwischen zwei Bildern jeder Sequenz wird die Bewegung pro Bildpunkt geschätzt (Farnebäck 2003). Dieses Vektorfeld treibt Lichtteilchen – die Lichtspur reagiert tatsächlich auf die Bewegung der Tänzerin.
Werkzeugbahn. Kohle- und Lichtzeichnungen werden zu einem Pixel breiten Skeletten verdünnt (Zhang-Suen), zu Bahnen verfolgt, vereinfacht und nach nächstem Nachbarn geordnet – so, wie eine Fräse sie abfahren würde. Vier Spindeln teilen sich die Bahnen.
Summenbild. Von jeder der 401 Lichtzeichnungen bleibt nur die Lichtlinie (Hochpass); die Linien werden addiert und mit 1 − e−x verdichtet. Invertiert liest sich der Zeitraum wie eine Kohlezeichnung.
Alle vier Verfahren zum Selbermachen: Labor →
Alles Klingende stammt aus dem Originalton von 2011 – gedehnt, gekörnt, gefiltert, verzögert. Sieben Ausschnitte aus der Langfassung, je zwanzig Sekunden.
AAC 128 kbit/s · Ausschnitte aus dem Master (−16 LUFS). Wiedergabe startet erst nach Klick.
Konzept, Produktion, Video und Audio: Markus Wintersberger
Choreografisches Konzept, Tanz: Andrea Nagl
Bisherige Seiten: Lichtzeichnungen 1–100 (2011) · Inner Space 1–4 · Video (2011) · Kohlezeichnungen (2011)
Die Bilder reagieren auf die Bewegungen der Tänzerin, machen gleichsam das unsichtbare Zeitgeflecht ihrer Choreographie sichtbar und überführen das Spiel der Kräfte in den Raum. Der Raum selbst wird zum interagierenden Partner, in dessen Zentren sich die Tänzerin erfindet.Markus Wintersberger 2011

Die vier Verfahren zum Selbermachen: in vier Zentren zeichnen und als G-Code exportieren, eigene Bindungen entwerfen, die Lichtspur der Tänzerin treiben, 401 Bilder summieren.

Begehbare Rekonstruktion der vier Zentren als glTF-Modell mit Hotspots, Kamerafahrten, AR-Ansicht, Sketchfab und der 3D-Animation 1:30.

Das ganze Bildarchiv „Inner Space. 2011“ – sortierbar nach Album, Helligkeit, Dichte und Schärfe, filterbar nach Polarität.

This page in English – the new version 2026, score, chapters, methods, sound and references.
| Konzept, Produktion, Video und Audio | Markus Wintersberger |
|---|---|
| Choreografisches Konzept, Tanz | Andrea Nagl |
| Neufassung 2026 | Markus Wintersberger · medienwerkstatt006 |
| Material | Video „Inner Space 1–4“ (2011), 401 Lichtzeichnungen, 10 Kohlezeichnungen A2, Originalton |
| Lizenz | CC BY-NC 3.0 AT · © Markus Wintersberger 2011 / 2026 |
| Werk | Format | Dauer | Frames | Ton | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfassung | 3840 × 2160 · 25 fps · H.264 High 5.1 | 5:22 | 8 050 | AAC 256 kbit/s · 48 kHz · −15,9 LUFS · −1,5 dBTP | YouTube ↗ |
| Trailer | 3840 × 2160 · 25 fps · H.264 High 5.1 | 2:38 | 3 950 | AAC 256 kbit/s · −16,2 LUFS · −1,0 dBTP | YouTube ↗ |
| 3D-Animation | 3840 × 2160 · 25 fps · H.264 High 5.1 | 1:30 | 2 250 | AAC 256 kbit/s · −16,0 LUFS · −2,5 dBTP | YouTube ↗ |
| 3D-Bühnenraum | glTF 2.0 (GLB) · Animation „Raum als Partner“ 40 s | — | — | — | Sketchfab ↗ |
Verfahren: eigene Render-Pipeline in Python/NumPy mit OpenCV (optischer Fluss nach Farnebäck, Skelettierung), Hershey-Einstrichschrift, Weberei-Bindungen als Masken, eigener Linien-Renderer für die 3D-Animation, ffmpeg/x264. Ton: eigene Paulstretch-Dehnung, Granulation, Filterbänke, loudnorm. Keine generative KI. Diese Seiten: statisches HTML, Schriften und 3D-Viewer (model-viewer) lokal ausgeliefert, YouTube und Sketchfab nur nach Einwilligung.
Weitere Neufassungen 2026: INSIDE AN OBJECT — INNERSPACE 2026 · A MOMENT SNAKE AND CHESS — HÄUTUNG DES AUGENBLICKS · UNSTERN 2026 · DIE ANDERE SEITE — GLASWAND · SPURENKÖRPER · EUTOPIA — NEUE FASSUNG