Die Collection ART GAMES MW versammelt Rekonstruktionen, Zwillinge und Spiele, die in den letzten Wochen aus Markus Wintersbergers Werk entstanden sind: Räume, die es gab (der Gewölbekeller des BASEMENT, die Lichtkammer von GAMMARAY, der Rotationskörper von RAUM 11), Räume, die es gibt (der Vorplatz der USTP, die Kapelle von Laa, das Turmzimmer in Göttweig), und Räume, die es nur als Modell gibt (HALLE 006, die Wunderkammer ZEITKÖRPER). EUTOPIE nimmt diese Sammlung nicht als Galerie, sondern als Gelände: Sie wird vermessen.
Zuerst liegt ein Netz auf dem Meer, Theodolite stehen am Rand eines Kraters, rote und cyanfarbene Laser tasten das Wasser ab. Dann bricht der Krater auf, und die Werke steigen als Inseln aus dem Meer – eine Eruption, kein Aufbau. Jede Insel trägt ein Messprotokoll mit Koordinaten und der Sketchfab-Kennung ihres Modells. Ein Faden aus Glut verbindet sie in der Zeitfolge. Manche Orte geraten außer Ordnung: Der Keller hängt kopfüber im Himmel, RAUM 11 kreist als Mond, der Kleine Planet umrundet den Archipel, die Bohrkerne von KERNZEIT hängen unter ihrer Insel ins Meer.
Die zweite Fassung rekonstruiert dasselbe als reines Protokoll: Jedes Modell wird zur Punktwolke, jede Insel zum Messring, die Zeit zu einer Säule. Erst stapeln sich die Werke nach Jahren, dann werden sie ausgeworfen und finden ihren Ort – Zeit wird Raum.